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		<title>Ika Sperling: Dortmunds Stadtbeschreiberin 2025</title>
		<link>https://litauf.ruhr/ika-sperling-dortmunds-stadtbeschreiberin-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika Sperling]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2025 00:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtbeschreiberin Ika Sperling]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der Stadtbeschreiberin Bücher lesen oder Comics zeichnen &#160; Ein Treffen mit der Dortmunder Stadtbeschreiberin? Kein Problem, Ika Sperling hat ihren Veranstaltungskalender in Dortmund schon gut gefüllt. Sie ist die erste Comiczeichnerin unter den Stipendiatinnen und bietet neben eigenen und Lesungen anderer Zeichner auch Workshops an. Ika Sperling ist gut in Dortmund angekommen: Ihre erste Arbeitswoche im Mai startete direkt ... <a href="https://litauf.ruhr/ika-sperling-dortmunds-stadtbeschreiberin-2025/" class="more-link">Read More</a></p>
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<h2 class="wp-block-heading">Mit der Stadtbeschreiberin Bücher lesen oder Comics zeichnen &nbsp;</h2>



<p>Ein Treffen mit der Dortmunder Stadtbeschreiberin? Kein Problem, Ika Sperling hat ihren Veranstaltungskalender in Dortmund schon gut gefüllt. Sie ist die erste Comiczeichnerin unter den Stipendiatinnen und bietet neben eigenen und Lesungen anderer Zeichner auch Workshops an.</p>



<p>Ika Sperling ist gut in Dortmund angekommen: Ihre erste Arbeitswoche im Mai startete direkt mit einem Auftritt auf der DORTBUNT.live-Bühne. So konnte sie gleich die Vielfalt und Feierlaune der Stadt entdecken. Auch beim jungen Stadtfest Dortmund Urban hat sie die Dortmunder*innen bei einem Workshop kennenlernen können. Die Stadt gefällt ihr gut, vor allem die Menschen seien sehr nett. Gerne nutzt sie die Einrichtungen der Stadt. „Ich habe viel in der Bibliothek gearbeitet, und der Kontakt zum Comic-Schauraum ist super&#8220;, freut sich Ika Sperling. „Privat gehe ich zum offenen Kampfsporttreffen und zum Yoga ins Sozial-Ökologische Zentrum“, so Ika.</p>



<p>Am 4. September ist sie ab 18 Uhr beim nächsten <strong>Comic-Streit im Schauraum</strong> dabei. Für ihre Comic-Kolleg*innen hat sie regelmäßige Treffen mit dem Schauraum geplant. Die „Sprechblase“ ist eine Comic-Feedbackrunde für Comiczeichner*innen aus dem Ruhrgebiet. Hier könnt sich Zeichner*innen vernetzen, ihre Projekte vorstellen und Feedback erhalten – egal, ob Anfänger*innen, Studierende oder Profis.</p>



<p>Bis Ende Oktober ist Ika Sperling noch als Stadtbeschreiberin in Dortmund, arbeitet an ihrer neuen Graphic Novel und lernt die Stadt und deren Menschen kennen.</p>



<p><strong>Graphic Novel von Maren Amini erzählt Geschichte des Vaters</strong></p>



<p>Als Stadtbeschreiberin organisiert Ika Sperling auch Lesungen von Autor*innen: Am 9. Juli liest Maren Amini um 19:30 Uhr im Literaturhaus Dortmund zusammen mit ihrer Schwester Susan Amini aus ihrer Graphic Novel „Ahmadjan und der Wiedehopf“. Dabei geht es um ihren Vater und seine Karriere als Künstler und als Einwanderer in Deutschland: 1972 kommt der junge Ahmadjan aus Afghanistan nach Deutschland, um Künstler zu werden. Was folgt, ist eine bunte Irrfahrt, ein bewegtes Leben zwischen Kunst und Krieg, Heimat und Neuanfang, Flucht und Verantwortung, immer auf der Suche nach dem Glück. Ahmadjans Tochter Maren Amini erzählt die Biografie in ihrer Graphic Novel entlang der alten persischen Sage der „Konferenz der Vögel” von Fariduddin Attar. Sie zeigt darin auch die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Identität und der Geschichte Afganistans – einfühlsam, humorvoll und mit leichtem Strich.</p>



<p><strong>Über Monster und Seifenblasen – Ika Sperling und Daniel Herrmann erzählen über Verschwörungsideologien und gefährlicher Esoterik</strong></p>



<p>Am 23. September lesen Daniel Herrmann und Ika Sperling ab 19:30 Uhr im Literaturhaus gemeinsam aus ihren Büchern „Pinke Monster“ und „Der Große Reset“. Beide Bände beschäftigen sich in Bildern mit Verschwörungserzählungen und gefährlicher Esoterik.</p>



<p><strong>Claus Daniel Herrmann</strong> erzählt in seinem Debüt <strong>„Pinke Monster“</strong> bei Reprodukt über den Einfluss von Ideolog*innen auf die eigene Persönlichkeit. Der Inhalt: Frank realisiert in der Pubertät, dass er schwul ist. Anerkennung bekommt der 14-Jährige vor allem durch sein Zeichentalent – seine Monster sind begehrt bei den coolen Jungs in seinem Umfeld. Um seinem depressiven Vater zu helfen, sucht Franks Mutter Hilfe bei einer esoterischen Heilerin &#8211; und die macht Frank mitverantwortlich für die Krankheit seines Vaters. Frank muss sich emanzipieren…</p>



<p>Gefühlvoll, aber auch mit herrlich trockenem Humor und schonungslosem Blick gelingt <strong>Ika Sperling mit „Der Große Reset“</strong> eine intime Erzählung über Verschwörungserzählungen in der Familie. Die Geschichte: Während eines Kurzbesuchs in ihrem Heimatdorf muss die Studentin Ika feststellen, dass ihr Vater immer weiter in die Tiefen des Internets abgetaucht ist und sich dabei in Verschwörungsideologien verloren hat. Der Vater erscheint im Buch als Seifenblase, die im Laufe seiner Verstrickung in den Ideologien immer größer wird. Nach der Lesung gibt es eine Diskussion mit Andrew Schäfer, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der rheinischen Kirche, um die Parallelen der beiden Bücher und um Möglichkeiten für betroffene Angehörige, Hilfe zu finden.</p>



<p><strong>Wie zeichnet man Tiere richtig?</strong></p>



<p>Ika Sperling lädt zu einer besonderen Lesung am 27. Oktober ins Literaturhaus ein. Die Zeichnerin und Illustratorin Lena Winkel stellt ihren Theorie-Comic „Tiere richtig zeichnen” vor. Es sind zwei Bücher in einem: ein Comic und eine Tiere-Theorie, die Bezug auf Tiere im Bilderbuch nehmen. „Tiere richtig zeichnen” diskutiert tradierte Stilmittel wie die Vermenschlichung von Tieren und überlegt, welches Potential im Medium Illustration steckt, um zur Kultivierung einer tiersensiblen Medienkompetenz beizutragen.</p>



<p><strong>Jugendliche zeichnen erste Zines</strong></p>



<p>Zu einem Comic-Workshop in den Ferien lädt Ika Sperling vom 21. bis zum 25. Juli ins Fritz-Henßler-Haus, Geschwister-Scholl-Str. 33–37. Von 10 Uhr bis 15 Uhr geht es um den leichten Einstieg in eine Comic-Erzählung. Der Workshop startet mit einfachen und schnellen Übungen und kurzen Comics über den Alltag, Interessen und das Leben in Dortmund. Zum Schluss drucken die Teilnehmer*innen eigene kleine Zine-Auflagen. Im September wird es eine Ausstellung der Comics geben. Für Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren. Eine Kooperationsveranstaltung von Jugendamt, Stadtbeschreiberin Ika Sperling und Kulturbüro. Mehr unter <a href="http://www.fhh.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">fhh.de.</a></p>



<p><strong>Grafisches Erzählen für Erwachsene bei der VHS</strong></p>



<p>Am Samstag, 5. Juli, startet bei der VHS um 14:30 Uhr ein rund vierstündiger Kurs über das grafische Erzählen. Wie interagieren Bild und Text miteinander, und welche neuen Erzählebenen entstehen durch ihre Kombination oder Gegenüberstellung? Im Mittelpunkt stehen dabei persönliche Geschichten und Beobachtungen der Teilnehmenden. Der Kurs (25-62113, 25 Euro) richtet sich an Erwachsene, die erste Erfahrungen im Zeichnen mitbringen oder Freude daran haben. Bitte mitbringen: Bleistifte (mehrere!), Radiergummis, Tusche und Pinsel, Kohle, Graphit, Buntstifte, Fixierspray &#8211; wenn möglich. <a href="https://vhs.dortmund.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dortmund.de/vhs</a></p>



<p><strong>REDAKTIONSHINWEIS:</strong> Haben Sie Interesse, die erste Comic-Stadtbeschreiberin kennen zu lernen? Die Veranstaltungstermine bieten Gelegenheiten und gute Geschichten. Auch individuelle Reportagen oder Interviews sind möglich. Melden Sie sich gerne für konkrete Vereinbarungen.</p>



<p><strong>Textquelle: <a href="https://www.dortmund.de/newsroom/presse-mitteilungen/mit-der-stadtbeschreiberin-buecher-lesen-oder-comics-zeichnen-%C2%A0.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">www.dortmund.de</a></strong></p>



<p></p>
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		<title>Südbad – Innenstadt Süd</title>
		<link>https://litauf.ruhr/suedbad-innenstadt-sued/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chrizzi Heinen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 May 2024 21:43:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtbeschreiberin Chrizzi Heinen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>1957 erbaut, 1960 eröffnet, gilt das Südbad in der Ruhrallee als Baudenkmal Dortmunds. An den alten Fliesen an der Nordseite konnte ich mich bei den letzten beiden Besuchen gar nicht satt sehen. Mein Aufnahmegerät habe ich im Schließfach gelassen, Fotoapparate darf man ja auch nicht mit in die Schwimmhalle nehmen. Donnerstag Vormittag ist es richtig leer. Neben mir schwimmt eine ... <a href="https://litauf.ruhr/suedbad-innenstadt-sued/" class="more-link">Read More</a></p>
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<h3 class="wp-block-heading"><strong><br>1957 erbaut, 1960 eröffnet, gilt das Südbad in der Ruhrallee als Baudenkmal Dortmunds. An den alten Fliesen an der Nordseite konnte ich mich bei den letzten beiden Besuchen gar nicht satt sehen.</strong></h3>



<p><strong>Mein Aufnahmegerät habe ich im Schließfach gelassen, Fotoapparate darf man ja auch nicht mit in die Schwimmhalle nehmen.</strong></p>



<p>Donnerstag Vormittag ist es richtig leer. Neben mir schwimmt eine schwarzhaarige Frau mit permanent Make-Up, auf der anderen Bahn ein älteres Paar: Sie mag so Ende achtzig sein und trägt eine silbergraue Speedo-Badekappe, er schaut etwas jünger aus und trägt eine blaue Kappe. Schwer auszumachen, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, aber ganz offensichtlich haben sie sich hier im Becken zum Quatschen verabredet.<br>Während sie im Rückenstill durchs Wasser paddelt, schwimmt er ihr gegenüber an ihrem Fußende hinterher. Kopf und Schultern der beiden ragen aus dem Wasser. Wenn sie das Ende der Bahn erreicht haben, dreht sich dieser Zweipersonenschwimmapparat einmal um 180 Grad, und sie schwimmen in denselben Stil zurück, den Blickkontakt während des Gesprächs haltend, als würden sie sich mit Badekappen an einem Tisch gegenüber sitzen, der unter der Wasseroberfläche seine Bahnen zieht.<br>Wenn ich an ihnen vorbeischwimme, schnappe ich Teile ihrer Unterhaltung auf. Sie erzählt, dass sie in den 60er Jahren in Frankreich war, offenbar nicht mit ihrem Badefreund, vielleicht mit ihrem verstorbener Mann, vermute ich. Ihr Schwimmfreund hört angeregt zu. Es war in der Bretagne, erzählt sie, die Franzosen sprachen kein deutsch und sie kein Französisch, mit Händen, Füßen und viel Lachen hätte man sich verständigt. Auf Malle können alle deutsch, meint sie. Worauf ihr Badefreund sagt, da würden auch viele Spanier Urlaub machen, die kein deutsch könnten. Es sind keine weltbewegenden Gespräche, die die beiden da führen, aber in dieser Konstellation erinnern sie mich an einen schwimmenden Podcast, dem ich beim selber schwimmen gern zuhöre.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Ein schwimmender Podcast, dem ich gern zuhöre</h4>



<p>In den Duschen treffe ich auf eine Mittzwanzigerin, die mir erzählt, dass sie hier in Dortmund nur zu Besuch ist und eigentlich aus Köln kommt. Bin ich ursprünglich auch, sage ich und frage, wo in Köln sie denn genau lebe. Naja, eigentlich nicht direkt Köln, gibt sie zu, komme aus Bergheim. #kicher<br>Später beim Haareföhnen treffe ich das Schwimmpodcast-Pärchen wieder. Gemeinsam verlassen sie das Bad. Ich ziehe mir im Automaten eine Fünferkarte.</p>



<p>Am Folgetag bin ich spät dran, erst am Nachmittag komme ich ins Bad. Das Becken ist voll, verschiedene Kinderkurse belagern die Bahnen. Ältere Kinder, die von ihren hitzigen Trainern beim Rückenschwimmen angebrüllt werden: Hintern hoch, schneller Paddeln, Körperspannung! Und Sechsjährige, die am Beckenrand sitzen, unsicher mit den Beinen strumpeln, die Füße knapp über der Wasseroberfläche, und sich nicht trauen, den halben Meter ins Wasser zu springen. Erst als ein freundlicher Trainer selbst ins Becken geht und ihnen anbietet, sie aufzufangen, wagen sie den Sprung. Ich habe fast vergessen, dass ich 2006 bei einer Jobsuche in Berlin selbst mal ein Vorstellungsgespräch als Schwimmtrainerin für Kleinkinder (Kinder, die kaum sprechen konnten!) hatte. Die ganze Sache hatte mich damals so beeindruckt, dass ich sie in einer einfach geschriebenen <a href="https://coconut-farm.org/styroporschwimmen.pdf">E-Mail</a> an Freunde festhielt, die man bei Klick auf Email nachlesen kann.</p>
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		<item>
		<title>Dortmunder U</title>
		<link>https://litauf.ruhr/dortmunder-u/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexander Estis]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Oct 2023 19:33:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtbeschreiber Alexander Estis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der folgende Text stammt aus der Serie Dortmunder Visionen, dem Projekt des Stadtschreibers 2023 Alexander Estis. Das Dortmunder U, schön und gut. Nein, wirklich, es ist schön und gut. Wobei man sich natürlich schon fragen kann. Zum Beispiel: Warum überhaupt Dortmunder U? Es sieht nicht aus wie ein U. Und es hört sich auch nicht an wie ein U.Wie hört sich ... <a href="https://litauf.ruhr/dortmunder-u/" class="more-link">Read More</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der folgende Text stammt aus der Serie <em><strong>Dortmunder Visionen</strong></em>, dem Projekt des Stadtschreibers 2023 Alexander Estis.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Dortmunder U, schön und gut.</h2>



<p>Nein, wirklich, es ist schön und gut. Wobei man sich natürlich schon fragen kann. Zum Beispiel: Warum überhaupt Dortmunder U? Es sieht nicht aus wie ein U. Und es hört sich auch nicht an wie ein U.<br>Wie hört sich ein Gebäude überhaupt an? Wir wissen es nicht, weil die Menschen zu laut sind. Wir hören nur die Menschen und keine Gebäude.</p>



<p>Und wie hört ein Gebäude uns? Auch das wissen wir nicht, weil wir uns nie vorstellen, wie es ist, ein Gebäude zu sein. Das ist sicher nicht einfach, sondern schwer. Man muss den ganzen Tag stehen und jeden ertragen, der reingeht. Deshalb stöhnen die Häuser nachts.</p>



<p>Stöhnt das Dortmunder U? Wir wissen es nicht, weil wir zu laut sind. Man muss still sein. Nachts kann man das Dortmunder U vielleicht uhen hören. Wie ein Uhu. Das U sitzt ja auch obenauf wie eine Eule. Und schaut nach allen Seiten, auch wie eine Eule. Eulen sind nachtaktiv. Also kann man das U vielleicht nachts uhen hören. Oder vielleicht nicht uhen, sondern unken. Was unkt das U? Das wüsste ich gern.<br>Vielleicht unkt es was von wegen Untergang. Untergang der Kultur. Das hat ja alles gesehen, das U. Das unkt: Alle Kunst kommt irgendwann ins U, und ins U kommt irgendwann niemand. Alle Kunst kommt irgendwann um. Was dann? Dann muss das U zumindest nachts nicht mehr stöhnen.</p>



<p>Aber das tut es vielleicht auch nicht. Wie sollen wir es wissen, wenn wir nicht hören? Vielleicht unkt es auch gar nicht. Vielleicht ulkt es. Und warum sollte das U nicht ulken, mit all seinem Bier, mit all den Hektolitern, die durch seine Eingeweide geflossen sind, durch seine Gedärme. Wie trinken Gebäude? Wir wissen es nicht, aber sie trinken viel. Da kann man schon kauzig werden und nachts ein wenig herumulken.</p>



<p>Worüber ulkt denn das U? Darüber: Das Dortmunder U, das ist ja schön und gut. Aber was ist mit dem Dortmunder Ü? Und was ist mit dem Dortmunder Y? Und mit all den anderen Dortmunder Buchstaben? Wo hat man gesehen, dass es nur einen Buchstaben gibt und die anderen nicht? Wer U sagt, muss auch V sagen. Und wer V sagt – und so weiter. Es muss das gesamte Dortmunder ABC geben. Das Alphabet ist eben das Alphabet. Ganz oder gar nicht. Es muss das Dortmunder A geben und das Dortmunder Ω. Es muss sogar das Dortmunder ß geben und das Dortmunder ç. Und vielleicht sogar das Dortmunder Ю. Und in allen Dortmunder Buchstaben muss etwas los sein, und nachts muss man ihnen allen Gehör schenken.</p>



<p>So ulkt vielleicht das Dortmunder U. Nur wissen wir&#8217;s nicht, weil wir den Humor der Häuser nicht kennen.</p>



<p>»Bitte beachte, dass dies alles reine Spekulationen und kreative Interpretationen sind. Das Dortmunder U selbst ist ein Ort für Kunst und Kultur und hat keine eigene Stimme oder Meinung.« <br>(ChatGPT)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Welche Visionen haben die Dortmunder*innen?</title>
		<link>https://litauf.ruhr/welche-visionen-haben-die-dortmunderinnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Alexander Estis]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 May 2023 20:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtbeschreiber Alexander Estis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stadtbeschreiber Alexander Estis ruft zum Mitmachen auf Seit Anfang Mai lebt der Schweizer Autor Alexander Estis in Dortmund. Der 36-Jährige hat das „Stadtbeschreiber“-Literaturstipendium 2023 erhalten und wird bis Ende Oktober der Stadt und ihren Menschen nachspüren. „Dortmunder Visionen“ lautet der Arbeitstitel seines Projekts. Dafür ruft er die Dortmunder*innen nun zur Mitarbeit auf: Welche Erwartungen, Hoffnungen, Träume, Sehnsüchte, aber auch Ängste, ... <a href="https://litauf.ruhr/welche-visionen-haben-die-dortmunderinnen/" class="more-link">Read More</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Stadtbeschreiber Alexander Estis ruft zum Mitmachen auf</h2>



<p>Seit Anfang Mai lebt der Schweizer Autor Alexander Estis in Dortmund. Der 36-Jährige hat das „Stadtbeschreiber“-Literaturstipendium 2023 erhalten und wird bis Ende Oktober der Stadt und ihren Menschen nachspüren. „Dortmunder Visionen“ lautet der Arbeitstitel seines Projekts. Dafür ruft er die Dortmunder*innen nun zur Mitarbeit auf: Welche Erwartungen, Hoffnungen, Träume, Sehnsüchte, aber auch Ängste, Befürchtungen, Dystopien oder gar Horrorvorstellungen verbinden die Menschen mit der Entwicklung und Zukunft der Stadt?&nbsp;</p>



<p>„Das kann sich sowohl auf die gesamte Stadt oder Region beziehen als auch auf ein konkretes Viertel, auf eine Straße, auf einen Lieblings- oder Hassort, auf Ihr Haus oder Ihre Wohnung“, erläutert Alexander Estis. „Vom Warten auf die Reparatur einer zerbrochenen Straßenlaterne bis hin zu einer urbanen Utopie mit fliegenden Wohnhäusern ist alles erlaubt. Erzählen Sie mir gern die Geschichte, die Ihrer Vision zugrunde liegt!“&nbsp;</p>



<p>Der Stadtbeschreiber wird diese Visionen literarisch überformen und publizieren. Der Name der Einreicher*innen wird dabei nicht genannt. &nbsp;Wer mitmachen will, schreibt an:&nbsp;<br><a href="mailto:visionen@literaturhaus-dortmund.de">visionen@literaturhaus-dortmund.de</a></p>



<p>Live zu erleben ist Alexander Estis im Juni bei zwei Terminen im Literaturhaus Dortmund (Neuer Graben 78): Am Mittwoch, 21. Juni nimmt er teil an der Präsentation der Zeitschrift „Artic“. Am Freitag, 23. Juni erlebt man ihn im Gespräch mit Christian Kreis und Stefan Reiser.&nbsp;</p>



<p>Alexander Estis ist Schriftsteller und Dortmunds vierter Stadtbeschreiber. Geboren 1986 in Moskau in einer jüdischen Künstlerfamilie, kam er 1996 nach Deutschland. Nach dem Studium lehrte er deutsche Sprache und Literatur an mehreren Universitäten. Seit 2016 lebt in der Schweiz. Insgesamt hat Alexander Estis bislang sieben Bücher veröffentlicht, zuletzt den Prosaband „Fluchten“ bei der edition mosaik. Für FAZ, NZZ, SZ, DIE ZEIT und andere Zeitungen schreibt Alexander Estis Kolumnen, Essays und Kommentare; seine Radiobeiträge sind regelmäßig im Deutschlandfunk zu hören. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet.&nbsp;</p>



<p>Mehr über Alexander Estis:&nbsp;<a href="http://estis.ch/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">estis.ch</a>.&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Alles außer Grau &#8211; eine Art Nachtrag</title>
		<link>https://litauf.ruhr/alles-ausser-grau-eine-art-nachtrag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elias Hirschl]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Dec 2022 18:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtbeschreiber Elias Hirschl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>So jetzt aber. Seit knapp über einem Monat schieb ich es auf, diesen Text mal zu schreiben, aber es ist halt auch nicht einfach ein halbes Jahr zusammenzufassen, vor allem wenn man direkt nach diesem halben Jahr auf Tour geht. Jetzt hab ich mich aber endlich mal zusammenreißen können, auch weil ich es diese Woche endlich mal geschafft habe in das Deutsche ... <a href="https://litauf.ruhr/alles-ausser-grau-eine-art-nachtrag/" class="more-link">Read More</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://litauf.ruhr/alles-ausser-grau-eine-art-nachtrag/">Alles außer Grau &#8211; eine Art Nachtrag</a> erschien zuerst auf <a href="https://litauf.ruhr">Litauf! </a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>So jetzt aber. Seit knapp über einem Monat schieb ich es auf, diesen Text mal zu schreiben, aber es ist halt auch nicht einfach ein halbes Jahr zusammenzufassen, vor allem wenn man direkt nach diesem halben Jahr auf Tour geht. Jetzt hab ich mich aber endlich mal zusammenreißen können, auch weil ich es diese Woche endlich mal geschafft habe in das Deutsche Bergbaumuseum in Dortmunds Nachbarsadt zu gehen &#8211; ein Besuch, den ich seit über 7 Monate vor mir hergeschoben habe.<br>Ich weiß jetzt, dass es im Unter-Tagebau nicht nur sogenannte Grubenpferde gab, die man damals noch wie Gebrauchsgegenstände verschleißen ließ, um die Kohle zu transportieren (das letzte Grubenpferd, namens Tobias, wurde 1966 an die Oberfläche geholt und war eines der wenigen Grubenpferde, das tatsächlich noch einmal Tageslicht sehen konnten), sondern ebenfalls auch Mäuse und Ratten, die sich durch das Heu für die Pferde in den Bergbau einschleusten, wodurch es irgendwann notwendig war, auch Katzen in die Bergwerke mitzunehmen, sodass quasi eine kleine künstliche Mikrofauna unter Tage entstand. Ich weiß jetzt auch, dass man bis vor wenigen Jahrzehnten noch Neonröhren verwendete, die man mit Druckluft und einem Dynamo betrieb, um Funkenschlag durch elektrische Kabel und darauf folgende Kohlestaubexplosionen aka Schlagwetter zu vermeiden. Ich hab auch gelernt, dass es eine gar nicht so seltene Todesart war, auf dem Förderband einzuschlafen, das einen dann unwissentlich bis ins Kohlelager, den Bunker, trug, wo man ein paar hundert Meter abstürzen konnte und ein paar Tonnen Kohle gleich hinterher. Auch eine simulierte Seilfahrt, also einen Abstieg mit dem Förderkorb, samt Rütteln und Hitzesimulation hab ich jetzt hinter mir. Und das alles mit nur knapp über einem halben Jahr Verspätung. Ich will mich da auch gar nicht rausreden, dass ich das nicht früher gemacht hab, die Wahrheit ist einfach, ich bin wirklich ein sehr schlechter Tourist. Trotzdem, hier mal kurz ein Überblick: Was ist denn in dem halben Jahr Stadt(be)schreiber-Dasein so passiert?</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="768" height="1024" data-id="742" src="https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/12/EliasHirschl_allesaussergrau_02-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-742" srcset="https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/12/EliasHirschl_allesaussergrau_02-768x1024.jpg 768w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/12/EliasHirschl_allesaussergrau_02-225x300.jpg 225w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/12/EliasHirschl_allesaussergrau_02-113x150.jpg 113w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/12/EliasHirschl_allesaussergrau_02-100x133.jpg 100w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/12/EliasHirschl_allesaussergrau_02.jpg 960w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>
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<p>Ein halbes Jahr ist gleichzeitig extrem viel Zeit um sie wo zu verbringen, wo man vorher noch nie gelebt hat, und gleichzeitig viel zu wenig&nbsp;Zeit, um einen Ort wirklich kennen zu lernen.<br class="">Fangen wir mal so an: Was habe ich überhaupt in Dortmund gemacht? Eine berechtigte Frage, die mir des Öfteren gestellt wurde. Ich war&nbsp;Stadtschreiber, bzw. im Falle von Dortmund &#8222;StadtBEschreiber&#8220;. Das Konzept gab es zwar auch mal im Mittelalter, dort war es dann tatsächlich so eine Art eher technischer Chronist des dörflichen Lebens, aber heutzutage ist damit eine bestimmte Form des Aufenthalts-Stipendium für&nbsp;Schriftsteller:innen gemeint.<br class="">Im Falle Dortmunds ist es ein von der Stadt Dortmund ausgeschriebenes Literaturstipendium, durch welches man ein halbes Jahr vor Ort an einem&nbsp;literarischen Projekt arbeiten kann, sich mit der hiesigen Literaturszene auseinandersetzen und auch ein paar Auftrite absolvieren und Veranstaltungen kuratieren.</p>



<p>In meinem Fall habe ich mich zum Beispiel mit einem Roman-Projekt dort beworben, das grob auf einer fiktionalisierten Version des Ruhrgebietes&nbsp;aufbaut. Darüber hinaus hab ich dann drei Abende im Literaturhaus Dortmund hosten dürfen, daraus sind entstanden: Ein Spoken Word-Abend mit&nbsp;Temye Tesfu und Miedya Mahmood, ein Abend zu digitaler Literatur mit Selina Seemann, Fabian Navarro und Julia Nakotte, bei der letztere&nbsp;tatsächlich als Hologramm auftrat (heilige Scheiße wie geil war des) und eine Lesung mit der Wiener Autorin Katherina Braschel. Nebenbei durfte&nbsp;ich auch diesen Blog hier betreiben, in dem zugegeben eher unregelmäig aber dafür umso euphorischere Artikel landeten, zu Themen wie der RE1 um&nbsp;Mitternacht, das Industrielackmuseum, sowie meiner Liebe zur Aussichtsplattform auf die Autobahn A40. All meine Lieblingsthemen an einem Ort&nbsp;vereint.</p>



<p>Das Problem an Stipendien dieser Art ist oft, dass vor allem das Projekt wegen dem ich ja eigentlich hierher gezogen bin, also der Roman,&nbsp;leider so eine lange Entwicklungszeit hat, dass er überhaupt erst ein bis zwei Jahre später erscheint, wenn der Aufenthalt leider schon längst&nbsp;abgeschlossen ist. Aber das ist gleichzeitig das wirklich schöne an solchen Kulturförderungen, dass man damit eben Projekte unterstützt, die&nbsp;lange dauern und die ohne diese langfristigen Recherchearbeiten wahrscheinlich gar nicht möglich wären. Weil sie von Zufallsgesprächen in&nbsp;Kneipen leben, von Menschen, die einen übers Internet anschreiben, weil sie einem noch dringend ein Buch übers Ruhrgebiet empfehlen wollten&nbsp;(&#8222;Union der festen Hand&#8220;! Bestes Rechercherche-Buch, danke!) und allgemein von der Möglichkeit, die Atmosphäre eines Ortes über einen längeren&nbsp;Zeitraum aufnehmen zu können.<br class="">Dass ich den Ort am Anfang noch nicht so gut kannte, merkt man vor allem daran, dass ich mehrmals Städte als Teil des Ruhrgebiets bezeichnet&nbsp;habe, die definitiv nicht Teil des Ruhrgebiets sind (Düsseldorf?? Wuppertal??) und auch mein Einstiegsgespräch mit dem Bürgermeister Thomas Westphal wurde gleich mit einem Fettnäpfchen eröffnet, weil dieser mich mehrmals daraufhinweisen musste, dass Dortmund keine Kleinstadt ist,&nbsp;wie angeblich in meiner Bewerbung steht (in meiner Bewerbung war die Rede von einer fiktionalen Kleinstadt in der der Roman spielt, nicht von Dortmund, aber tbh jede Stadt unter einer Million Einwohner ist für mich eine Kleinstadt, da lass ich nicht mit mir diskutieren (lieb&nbsp;gemeint)).<br class="">Ich habe inzwischen alle Himmelsrichtungsbäder Dortmunds ausprobiert und kann sagen: Das Südbad eignet sich gut zum Längen schwimmen, das&nbsp;Nordbad gut, um etwas später noch hinzugehen, wenn das Südbad schon zu hat, und die beiden Westbäder kann man im Grunde vergessen (lieb&nbsp;gemeint).<br class="">Ich hab versucht den ungeheuerlichen Roman &#8222;TEXT&#8220; vom Literaturkollektiv 2-3 Straßen zu lesen, der im Zuge vom Projekt Ruhrgebiet als&nbsp;Kulturhauptstadt Europas 2010 entstand und bin kläglich daran gescheitert.<br class="">Ich hab von den Ewigkeitsverträgen erfahren, die sicherstellen, dass die hohlgehauenen Untergründe dieser Gegend nicht vollends mit Wasser&nbsp;vollaufen und einstürzen, sodass bis in alle Ewigkeit das Wasser abgepumpt werden muss, von den Überlegungen verlassene Bergwerke als atomares Endlager zu nutzen, von großartigen bis fragwürdigen Bauprojekten. Ich weiß jetzt was ein Thomas-Konverter ist, wie Thomasmehl entsteht und&nbsp;wozu man es verwendet, ich habe ein neu erworbenes Faible für Kohle-, Lack- und vor allem Mehlstaubexplosionen und für alle Arten&nbsp;überdimensionaler, verrosteter Stahlgebilde und brutalistischer Neubauten.<br class="">Ich durfte auftreten im FZW, im Junkyard, im und vor dem U, im Rekorder, in der VHS, im Literaturcafe Taranta Babu, im Literaturhaus Dortmund&nbsp;und sogar vor dem Deutschen Fußballmuseum.<br class="">Ich bin an brutalistischen Gebäuden vorbei und hineingegangen und darin aufgetreten und unter dutzenden Alleen und in Friedhöfen spaziert, in&nbsp;Kulturcafés, Slams, Lesungen, Theatern, Kinos und Konzerten in Dortmund, Essen, Bochum, Oberhausen, Duisburg gewesen und kann aus erster Hand berichten, dass das Ruhrgebiet alles andere als grau ist. Ich war an anderen Orten und kann aus erster Hand berichten, dass das Ruhrgebiet&nbsp;allerdings sehr wohl auch SEHR GRAU sein kann (*hust* Phoenix-See *hust* (lieb gemeint)).<br class="">Ich bin öfter unfreiwillig in Massen an Fußballfans steckengeblieben als JEMALS in meinem Leben und habe trotzdem noch nicht den Glauben an die&nbsp;Menschheit verloren (zumindest nicht ganz).<br class="">Ich habe sicher ganz, ganz viel vergessen hier, aber irgendwann muss dieser Text ja auch mal fertig werden.</p>



<p>Zum Abschluss möchte ich mich bedanken bei allen, die diesen Aufenthalt in Dortmund ermöglicht und großartig gemacht haben: Beim Kulturbüro&nbsp;Dortmund, vor allem bei Isabel Pfarre, die wirklich bei jeder dummen Frage meinerseits sofort zur Stelle war, beim Literaturhaus Dortmund, vor&nbsp;allem bei Eike und Hartmut für die liebe Zusammenarbeit und lange Abende nach den Lesungen im Hinterhof, bei der Agentur WortLautRuhr, durch&nbsp;deren Veranstaltungen im Poetry Slam- und Literaturbereich im ganzen Ruhrgebiet ich viele liebe Leute kennen lernen durfte, bei allen&nbsp;Autor:innen die ich in der Zeit ins Literaturhaus Dortmund einladen konnte und allen Freund:innen die dabei zugeschaut haben. Und bei allen&nbsp;Menschen, die in Kneipen, bei Veranstaltungen oder auf Twitter auf meine Crowd-Recherchen angesprungen sind und ihre Funfacts zum Ruhrgebiet&nbsp;beigesteuert haben.</p>



<p>Und ich wünsche vor allem auch meinem Nachfolger, dem Autor Alexander Estis alles Gute und viel Spaß mit dieser wunderbaren Stadt!</p>



<p>Der Roman zum Aufenthalt folgt und wird hoffentlich auch in Dortmund präsentiert.<br class="">Bis dahin, schlaft nicht auf dem Förderband ein!<br class="">Glück auf!</p>
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		<title>Vom Pressen und Papsten</title>
		<link>https://litauf.ruhr/vom-pressen-und-papsten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elias Hirschl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Oct 2022 14:05:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtbeschreiber Elias Hirschl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor ein paar Tagen hatte ich die Möglichkeit beim Talk „Reise nach Germania“ von Leon Enrique im Anarchistischen Buch- und Kulturzentrum Black Pigeon in der Nähe vom Dortmunder Hafen zuzuschauen. Enrique hielt einen Vortrag über seine jahrelange Investigativ-Recherche in verschiedenen Studentenverbindungen und oder Burschenschaften. In lockerer Stimmung erzählt der junge Journalist von seinen Erlebnissen, untermalt mit einer Power-Point-Präsentationen und einer ... <a href="https://litauf.ruhr/vom-pressen-und-papsten/" class="more-link">Read More</a></p>
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<h4 class="wp-block-heading">Vor ein paar Tagen hatte ich die Möglichkeit beim Talk „Reise nach Germania“ von Leon Enrique im Anarchistischen Buch- und Kulturzentrum Black Pigeon in der Nähe vom Dortmunder Hafen zuzuschauen. </h4>



<p>Enrique hielt einen Vortrag über seine jahrelange Investigativ-Recherche in verschiedenen Studentenverbindungen und oder Burschenschaften. In lockerer Stimmung erzählt der junge Journalist von seinen Erlebnissen, untermalt mit einer Power-Point-Präsentationen und einer Menge Trigger-Warnungen. Denn das ganze Thema ist kein unbedingt leicht verdauliches.</p>



<p>Einen Hauptteil der Zeit geht es ums Kotzen, ums strategische Kotzen, oder Papsten, wie wir lernen. Wie das meiste andere im Burschenschaftlerkontext hat auch das Saufen unter den Burschis sein eigenes Fachvokabular. Ein Vokabular, dass sich Enrique über mehrere Monate angeeignet hatte, als er zu Studentenzeiten für einige Zeit in der solchen Studentenverbindung wohnte. Man lockt die jungen Männer mit billigen Mieten und einem Instant-Freundeskreis. Man zieht ein, zahlt 250 Euro für sein Zimmer und hat sofort Leute um sich, die jeden Abend mit einem Saufen gehen wollen. Was Enrique erzählt erinnert mich sofort an das Vorgehen der meisten Sekten, um neue Mitglieder anzuwerben. Das sogenannte Lovebombing, das sofortige Aufnehmen in einen intimen Freundschaftskreis. Zugegeben, es gibt ein paar Unterschiede zwischen Burschenschaften und Sekten. Man wird bei Burschenschaften nicht unbedingt gelovebombed. Dafür werden aber einige andere Strategien aus religiösen Kulten angewendet. Durch die engen Bande mit den anderen Burschenschaftlern wird man quasi von der Außenwelt abgeschnitten, erzählt Enrique. Man hat so gut wie keine Zeit mehr etwas mit anderen Leuten zu tun und es sind quasi immer andere Burschis da, die mit einem Saufen gehen wollen. Ja, es gibt einen richtigen Gruppendruck dazu oft und viel saufen zu gehen. Wenn man nicht mitgeht, gilt man nach einiger Zeit als Außenseiter, als jemand der seine Verpflichtungen gegenüber der Verbindung schleifen lässt. Wenn man sich notfalls im Zimmer einsperrt, erzählt Enrique, dann stellen die einem die Musik-Box einfach direkt vor die Tür. Und holy shit, das Saufen hat es in sich. Das Saufen scheint in Burschenschaften eher so etwas wie ein Sport zu sein, um seine Männlichkeit zu beweisen. Man säuft nicht, man „presst“, man kotzt auch nicht, sondern man „papstet“, die Kotze ist daher auch keine Kotze sondern das „Papstat“. Und ab und zu wird nicht nur ein Maßkrug geext, sondern ein ganzes Gemüsefach aus dem WG-Kühlschrank. Man kotzt dann nicht unbedingt, weil einem vom Alkohol schlecht wird, sagt Enrique. Also das schon auch, aber man kotzt auch einfach aus rein praktischen Gründen, weil ein Körper nicht so viel Flüssigkeit auf einmal aufnehmen kann. Auch er habe sich das regelrecht antrainiert.</p>



<p>Wir erfahren, dass es viele unterschiedliche Arten von Verbindungen gibt. Enrique selbst war in einer nicht-schlagenden Verbindung und auch in einer, die sich im Durschnitt eher von den tatsächlichen Neonazis distanziert hätte. Er selbst hat bei vier unterschiedlichen rechtsaußen-Burschenschaften versucht Mitglied zu werden, sei da aber von den meisten aufgrund seiner Hautfarbe abgelehnt worden, mal mehr, mal weniger direkt begründet. Die Verbindungen am rechten Rand sind alle Teil desselben Dachverbandes, der noch das Abstammungsprinzip führe, ein nicht exakt definiertes Ausschließen aller Menschen, die aus Sicht der betreffenden Burschenschaften nicht „deutsch“ genug sind.</p>



<p>Es sei wichtig zwischen den Burschenschaften zu differenzieren, sagt Enrique. Nicht, um sie verteidigen zu wollen, sondern um sie differenzierter und fundierter zu kritisieren. Es sei sinnlos alle gleichermaßen als Nazis zu bezeichnen, weil das das Problem mit den Burschenschaften auch viel zu vereinfacht darstellen würde. Es gäbe sehr wohl auch Verbindungen die sich zumindest formal von den Rechten distanzieren, und diese könne man eben auch aus genug anderen Gründen kritisieren. Denn auch bei den Verbindungen, die sich selbst nicht am rechten Rand sehen, gebe es extrem problematische Verhältnisse mit Autoritätshörigkeit, einem indirekt oder manchmal sogar direkt ausgeübten Druck zu Saufen, sowie mit Sexismus und übergriffigem Verhalten. „Wenn euch jemand in einer Verbindung mal freundlich die <em>große Haustour</em> zeigen will, dann lauft davon“, sagt Enrique.</p>



<p>Alles in allem: Sehr informativ, sehr heavy, aber mit viel Einfühlungsvermögen vorgetragen und insgesamt sehr zu empfehlen sich mal was von Leon Enrique anzuhören oder durchzulesen.</p>



<p>Texte über Enriques Burschenschaft-Erfahrungen gibt es hier: <a href="https://leonenriquemontero.net/projekte/germania.shtml" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://leonenriquemontero.net/projekte/germania.shtml</a></p>



<p>Auf Instagram ist er zum Beispiel unter @le0nenrique</p>
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		<title>Sonic Highway</title>
		<link>https://litauf.ruhr/sonic-highway/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elias Hirschl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2022 00:10:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtbeschreiber Elias Hirschl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mich verbindet schon länger eine seltsame Faszination mit einem gewissen Ort an einer deutschen Autobahn. Der Ort ist die Aussichtsplattform auf die A40 und aus Gründen auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, verbinde ich nur angenehme Erinnerungen an diesen Ort. Die Geschichte des Ortes ist nicht minder interessant. 2015 wurde die Gegend dort am Autobahnkreuz Bochum West (ich ... <a href="https://litauf.ruhr/sonic-highway/" class="more-link">Read More</a></p>
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<p>Mich verbindet schon länger eine seltsame Faszination mit einem gewissen Ort an einer deutschen Autobahn. Der Ort ist die Aussichtsplattform auf die A40 und aus Gründen auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, verbinde ich nur angenehme Erinnerungen an diesen Ort. Die Geschichte des Ortes ist nicht minder interessant. 2015 wurde die Gegend dort am Autobahnkreuz Bochum West (ich glaube zumindest, dass das so heißt) neu gebaut, also eine Straße wurde zur Autobahn ausgebaut und aus der überflüssigen Erde (den „Aushub“) die bei den Bauarbeiten übrig blieb, baute man ein paar künstliche Hügel, von denen man einen tollen Ausblick hat. Einen Ausblick auf: Autos. Autos so weit das Auge reicht. Und den besten Ausblick gibt es an der Aussichtsplattform auf die A40, die berühmtermaßen an die 60 000 Euro gekostet hat. Interessanterweise ist exakt neben der Aussichtsplattform ein noch größerer Hügel, von dem man einen weitaus besseren Ausblick auf die Autobahnen hat, aber naja da hat man eben nicht das Aussichtsplattform-Erlebnis.</p>



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<figcaption class="blocks-gallery-caption">Aussichtsplattform auf die A40</figcaption></figure>



<p>Als bekennender Aussichtsplattform-Fanatiker bin ich deshalb regelrecht ausgeflippt als ich hörte, dass es exakt an diesem Autobahnabschnitt im Zuge des Dortmunder Favoriten-Festivals eine Musik-Performance des Künstlerinnen-Kollektivs MFK Bochum namens „Sonic Highway“ gibt. Das Kollektiv bestehend aus Katarína Marková, Franziska Schneeberger und Marlene Ruther organisierten eine Bustour vom Depot in Dortmund (einem tollen Kreativ-Ort mit Theater und Kino) direkt zur Autobahn.<br>Auch wenn ich nicht sicher bin, ob die Fahrt zur Performance schon Teil der Performance war (aber diese Unsicherheit darüber ob das Teil der Performance war, war vermutlich Teil der Performance), beginnt die Performance mit einer Art alternativen Touristenführung über die Autobahn. Franziska Schneeberger stellt sich dem Bus als Franzi vor. Wir fahren mit etwa 40 Personen, die eine freiwillige Spende als Eintritt gezahlt hatten, direkt zur Aussichtsplattform.<br>Auf dem Weg dahin erzählt Franzi: Sie ist Jahrgang 1990 und fährt gerne Auto. Im Bus gibt es leider keine Toiletten, aber an der Autobahn gibt’s dann ein paar Büsche. Bevor sie uns mehr erzählt, will sie uns jetzt erstmal ihr Lieblingslied vorspielen, dass sie auf dieser Strecke immer gerne hört. Sodann erschallt Highway to Hell in der exakt richtigen Lautstärke im Bus. Es wird übrigens mitgefilmt, sagt Franzi. Aber nur für Dokumentationszwecke, oder für einen Spielfilm, mal schauen.<br>Die Tour beginnt. Franzi sagt: Wenn Sie vorne aus dem Fenster schauen, sehen Sie Stau. Rechts von uns gibts auch schon die erste Panne. Wir stehen im Stau. Irgendwann kommen wir auf die A40. Franzi erzählt, ihr Fahrlehrer hat früher auch immer Highway to Hell im Auto laufen lassen. „Highway to Hell“, sagt Franzi. „Dat is einfach n Stimmungslied, dat macht Stimmung bei mir. Das is auch das Gefühl das ich vermitteln möchte.“<br>Sie erzählt von ihre Liebe zu Autos. Früher hatte sie einen silbernen Twingo, da konnte man das Dach aufmachen.<br>„Da links sehen Sie die große Aral-Tankstelle, da mit dem Förderturm, so Ruhrgebietsarchitektur.“ Die Tankstellen, sagt Franzi, sind in den Farben zwei verschiedener Fußballclubs gestrichen, als Zeichen der Versöhnung (Anmerkung des Autors: ich hab vergessen welche Clubs).<br>„Rechts sehen Sie eine kleinere ARAL-Tankstelle“, sagt Franzi. „Fahrt da nicht hin, da gibts gar nix zu erleben.“<br>Wenig später fahren wir am Gartencenter Augsburg vorbei. „Schaut euch diese Rosen an“, sagt Franzi. „Nächstes Jahr wird die die A40 auf 6 spuren ausgebaut. Dann wird die Rosenhecke abgesäbelt.“<br>Dann geht’s vorbei am Freudenberg: „Hier ist eine große Fleischerei, ein Burgerking und daneben der Club Rouge mit viel Platz zum Parken.“<br>Falls jemand Hunger oder Durst kriegt, gibt es eine Box mit Wasser, Obst und Müsliriegel zur kostenlosen Entnahme.<br>Als wir ankommen, regnet es in Strömen und wir gehen auf die Aussichtsplattform. Dort hören wir noch mehr Infos über die Entstehung dieser Gegend, der bereits erwähnte Ausbau 2015 etc. Danach gibt es ein Blockflötensolo der Eurovisionshymne, sowie ein Blockflötensolo von My heart will go on. (Anmerkung des Autors: ICH LIEBE ALLES DARAN).<br>Wir gehen zum nächsten und letzten Punkt der Performance und ziehen uns an einem Seil den extrem rutschig gewordenen Hügel gegenüber der Aussichtsplattform hoch. Am Gipfel werden wir begrüßt von ein paar Zelten die uns endlich vom Regen retten. Während wir einen großartigen Ausblick auf die Autos genießen können beginnt die Musikperformance. Die drei Kollektiv-Mitglieder werfen nacheinander hunderte verschiedene Midi-Controller und Effektpedale an und es folgt eine Art dadaistische aber extrem gut choreografierte 8-Bit-Musik-Performance, begleitet von aktivistischen und philosophischen Texten rund ums Thema Auto. Mal legt sich jemand in den verregneten Schlamm und macht pantomimisch mit einem unsichtbaren Gewehr Jagd auf Autos, mal liest jemand ein Manifest über eine post-auto-Zukunft vor. Nichts davon wirkt pathetisch. Nichts davon wirkt über die Maßen missionarisch. Es ist eine differenzierte künstlerische und unglaublich kreative Auseinandersetzung mit der leider zur Notwendigkeit gewordenen Ressource, sowie der Ware und des Fetisches „Auto“.<br>Am Ende der Performance sind alle im Publikum völlig unterkühlt und durchnässt, aber auch absolut begeistert. Gerne wieder 5/5 (die gleiche Bewertung die ich auf Google-Maps der Aussichtsplattform auf die A40 gegeben habe).<br>Sonic Highway läuft noch zweimal am 21. Und 23. September. Karten gibt’s online und sind quasi pay as you wish.<br><a href="https://favoriten-festival.de/programm/sonic-highway/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://favoriten-festival.de/programm/sonic-highway/</a></p>
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		<title>Gesprochenes Wort</title>
		<link>https://litauf.ruhr/gesprochenes-wort/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elias Hirschl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Aug 2022 08:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtbeschreiber Elias Hirschl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>So, jetzt erstmal eine Entschuldigung dafür, dass es schon einige Wochen her ist, dass ich den letzten Blogeintrag geschrieben hab. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass mich jetzt auch endlich nach zweieinhalb Jahren Virenabstinenz die Trendpest eingeholt hat und ich einige Zeit meine Stipendiums-Residenz daher nicht verlassen konnte. Und was schreibt soll man denn über eine Stadt schreiben, wenn ... <a href="https://litauf.ruhr/gesprochenes-wort/" class="more-link">Read More</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>So, jetzt erstmal eine Entschuldigung dafür, dass es schon einige Wochen her ist, dass ich den letzten Blogeintrag geschrieben hab. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass mich jetzt auch endlich nach zweieinhalb Jahren Virenabstinenz die Trendpest eingeholt hat und ich einige Zeit meine Stipendiums-Residenz daher nicht verlassen konnte. Und was schreibt soll man denn über eine Stadt schreiben, wenn man die Stadt gar nicht besuchen kann obwohl man mitten drin ist?</p>



<p>Jetzt war aber endlich wieder Zeit für Sachen und mit Sachen meine ich insbesondere den ersten Abend, den ich quasi als Kurator im <a href="https://www.literaturhaus-dortmund.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Literaturhaus Dortmund</a> hosten durfte. Ich muss dazu sagen, dass ich so gut wie nie etwas moderiere und dementsprechend nervös war ich auch vor Beginn des Abends. Zu meinem Glück sind aber die beiden geladenen Personen nicht nur äußerst begabt in Spoken Word und Lyrik, sondern auch im Moderieren, sodass sich der Abend eigentlich eh wie von selbst trug.</p>



<p>Das Thema des ersten von mir veranstalteten Abends war <strong><em>Spoken Word</em> </strong>und die Eingeladenen waren die beiden Lyrik- und Gesprochenes-Wort-Schaffenden <strong>Temye Tesfu</strong> und <strong>Miedya Mahmod</strong>, sowie die Veranstaltungs-DJ <em><strong>Kleinradhülse</strong></em>. Nicht nur zwei Menschen mit absolut adäquatem Ypsilon-Gebrauch in ihren Namen, sondern auch Fixgestirne der deutschsprachen Spoken Word- und Poetry Slam-Landschaft.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="715" src="https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/MiedyaMahmod_c_AdHarti-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-715" srcset="https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/MiedyaMahmod_c_AdHarti-1024x1024.jpg 1024w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/MiedyaMahmod_c_AdHarti-300x300.jpg 300w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/MiedyaMahmod_c_AdHarti-150x150.jpg 150w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/MiedyaMahmod_c_AdHarti-768x768.jpg 768w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/MiedyaMahmod_c_AdHarti-100x100.jpg 100w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/MiedyaMahmod_c_AdHarti-1184x1184.jpg 1184w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/MiedyaMahmod_c_AdHarti.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Miedya Mahmod</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="1024" data-id="724" src="https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/EliasHirschl_22_c_AdHarti-1024x1024.jpg" alt="" class="wp-image-724" srcset="https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/EliasHirschl_22_c_AdHarti-1024x1024.jpg 1024w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/EliasHirschl_22_c_AdHarti-300x300.jpg 300w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/EliasHirschl_22_c_AdHarti-150x150.jpg 150w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/EliasHirschl_22_c_AdHarti-768x768.jpg 768w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/EliasHirschl_22_c_AdHarti-100x100.jpg 100w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/EliasHirschl_22_c_AdHarti-1184x1184.jpg 1184w, https://litauf.ruhr/wp-content/uploads/2022/08/EliasHirschl_22_c_AdHarti.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption>Elias Hirschl</figcaption></figure>



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<figcaption class="blocks-gallery-caption">Spoken Word mit Temye Tesfu und Miedya Mahmod sowie Veranstaltungs-DJ Kleinradhülse</figcaption></figure>



<p>Poetry Slam ist ja schließlich auch das, was mich eigentlich ursprünglich nach Dortmund verschlagen hat. Ich bin glaube ich 2014 oder 2015 das erste Mal im Ruhrgebiet aufgetreten und das erste mal war leider Gottes gleich ein ziemlicher Reinfall, weil durch einen Wirbelsturm mein Flug gecancelt wurde und der einzige Auftritt, den ich wahrnehmen konnte der in Duisburg war. Und gar nichts gegen Duisburg im Allgemeinen, aber sagen wir mal es war ein sehr netter Auftritt vor etwa 20 Leuten, die Spaß hatten, aber die Reisekosten hat es damals halt auch nicht wirklich gedeckt.</p>



<p>In den Folgejahren ergaben sich aber immer mehr Auftritte in Bochum, Dortmund, Herne, Oberhausen, Recklinghausen, Einige Andere-Hausens, wo auch immer die WortLautRuhr-Agentur oder auch andere Organisator:innen Spoken Word-Veranstaltungen aus dem Boden stemmen. Im Ruhrgebiet scheint beim Publikum eine nicht zu stillende Begeisterung für Gesprochenes Wort auf der Bühne vorhanden zu sein.</p>



<p>Das war letztendlich auch einer der Auslöser, wieso ich mich für das Stadt(be)schreiber-Stipendium bewerben wollte, weil ich die Szene hier schon ein bisschen kenne und sie mir über die Jahre sehr ans Herz gewachsen ist.</p>



<p><strong>Miedya Mahmod</strong> habe ich das erste Mal so richtig 2019 erlebt, auf einem meiner letzten Auftritte in Deutschland. Das war bei einem völlig größenwahnsinnigen Event in der Elbphilharmonie in Hamburg vor (ich ließ mir sagen) mehreren tausend Leuten. Ich kann mich nicht erinnern jemals in meinem Leben eine derartige Panik vor einem Auftritt gehabt zu haben. Miedya schien es nicht unähnlich zu gehen, aber der Auftritt war natürlich wie immer flawless.</p>



<p><strong>Temye Tesfu</strong> kenne ich schon etwas länger, vor allem aus verschiedenen Veranstaltungen in und um Berlin. Zuletzt trat Temye auch letztes Jahr bei einem Lyrikfestival im Odeon Theater in Wien auf und performte wunderschöne, dekonstruierende, teils aus bürokratischen Texten zusammen collagierte Textkaskaden, während draußen vor dem Theater ein rechtsradikaler Querdenkeraufmarsch durch den zweiten Bezirk irrte. Ich und die meisten anderen können sich nur glücklich schätzen Temye nun auch als Nachbar im Ruhrgebiet zu haben.</p>



<p>An besagtem Spoken Word-Abend gab es dann von den beiden auch gleich noch brandneue Texte zu hören, die zum Teil noch nie auf Bühnen aufgeführt wurden, so etwa eine freie Gedichtübersetzung Schrägstrich Neuinterpretation, die <strong>Miedya Mahmod </strong>für den ebenfalls empfehlenswerten Spoken Word-Podcast Stoff aus Luft (von <strong>Josefine Berkholz</strong> und <strong>Tanasgol Sabbagh</strong>) geschrieben hat. Darin übersetzt sie den Text der kurdischen Autorin <em><strong>Yildiz Çakar</strong></em> auf Deutsch und Englisch, sowie einige Passagen auch in einen anderen kurdischen Dialekt / andere kurdische Sprache.</p>



<p><strong>Temye Tesfu</strong> beendete schließlich den Abend mit einem antifaschistischen Vater Unser, das Publikum sprach bzw. sang brav katholisch das Amen zum Gebet.</p>



<p>Und auch die Veranstaltungs-DJ <strong>Kleinradhülse</strong> soll hier nicht unerwähnt bleiben, die die Poetry Slam-Szene im Ruhrgebiet ebenfalls schon lange als musikalische Untermahlung begleitet, mal die Pet Shop Boys von links und dann wieder Antonín <em>Dvořáks neunte Synphonie zweiter Satz von rechts reinknallt, dass es nur so eine Freude ist.</em></p>



<p><em>Wer Interesse an mehr Veranstaltungen dieser Art hat, sei hiermit komplett parteiisch auf die Website von WortLautRuhr verwiesen: <a href="https://www.wortlautruhr.com/uebersicht" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.wortlautruhr.com/uebersicht </a></em></p>



<p><em>Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass man sich dort demnächst mal sieht.</em></p>
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		<title>Gut Lack</title>
		<link>https://litauf.ruhr/gut-lack/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Elias Hirschl]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jun 2022 11:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stadtbeschreiber Elias Hirschl]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als Autor vertieft man sich ja oft in Themenfelder, zu denen man sonst eigentlich relativ wenig Bezug hat. Man recherchiert ein paar Monate darin, häuft sich so ein Halbwissen an, gerade genug, um in einem Roman so tun zu können, als hätte man tatsächlich Ahnung von etwas. David Foster Wallace hat einmal geschrieben, man soll ein Thema so tief recherchieren, ... <a href="https://litauf.ruhr/gut-lack/" class="more-link">Read More</a></p>
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<p>Als Autor vertieft man sich ja oft in Themenfelder, zu denen man sonst eigentlich relativ wenig Bezug hat. Man recherchiert ein paar Monate darin, häuft sich so ein Halbwissen an, gerade genug, um in einem Roman so tun zu können, als hätte man tatsächlich Ahnung von etwas. David Foster Wallace hat einmal geschrieben, man soll ein Thema so tief recherchieren, dass man einem Sitznachbar auf einem Kurzstreckenflug glaubhaft machen könnte, man würde tatsächlich den Beruf ausüben, den man recherchiert hat.</p>



<p>Aus dieser Grundeinstellung heraus interessiere ich mich deshalb vor allem für die Fachjargons seltsamer Nischenbereiche, weil man mit wenigen Dingen besser eine Geschichte erzählen kann, als mit den Spezialausdrücken obskurer Berufsfelder und Milieus. Was sich hierfür besonders gut zum Recherchieren eignet sind kleine Nischen-Museen.</p>



<p>Jetzt hat aber jede Stadt seine seltsamen Nischen-Museen. Und manche davon sind geradezu absichtlich darauf ausgelegt, dass junge Hippster dort ironisch hingehen, etwa das Disgusting-Food-Museum in Berlin. Dort war ich zwar noch nicht, und es ist sicher auch nicht schlecht, aber es schreit eben schon geradezu: „Schau! Schau, was für ein verrücktes Museum ich bin! So verrückt lol!“, oder das Foltermuseum in Wien „Oh schau, lol Folter, und sogar im Mittelalter, so verrückt.“</p>



<p>Nein, von derartigen absichtlich kuriosen Museen ist hier nicht die Rede, denn sie bieten nicht die Menge an völlig nutzlosem, absolut großartigem Fachjargon nachdem es den Fachjargon-Liebhaber gelüstet.</p>



<p>Ein Museum, dass diesen Zweck jedoch voll und ganz erfüllt ist das Deutsche Industrielack-Museum Dortmund.</p>



<p>Interessieren Sie sich für Fassaden-Anstriche? Für den Lack auf Illustrierten, Cola- und Deo-Dosen? Tja, dann sind sie hier falsch und denken noch nicht nischig genug! Gehen Sie lieber ins Bautenfarben-Museum oder ins Verpackungslacke-Museum, denn im <em>DIM</em> spezialisiert man sich ausschließlich auf die Unterkategorie des Industrielacks! Hier geht es ausschließlich um Lack für Maschinen, Autos, Schiffe und Möbel. So mag ich meine Nischen-Museen.</p>



<p>Uns begrüßt beim Eingang gleich einer der Betreiber des Museums Thomas Grüner. Er steigt aus seinem Auto, sagt uns, dass das Auto leider kaputt ist, öffnet die Kühlerhaube und holt verärgert eine Trompete heraus, sagt: „Na kein Wunder, dass das Ding nicht funktioniert!“ und wirft die Trompete gegen eine Wand. Das ist wirklich passiert. Das ist wirklich passiert!</p>



<p>Das Museum wird betrieben von der Lack-Manufaktur (Manufaktur! Keine Fabrik!) „Kaddi-Lack“. Guter Wortwitz 10/10, kann mich nicht beschweren. Ich hatte vorher schon Mailkontakt mit Herrn Grüner. Er beendet seine Emails immer mit „Gut Lack“. Ebenfalls guter Wortwitz 10/10. Auch waren er und sein Mitbetreiber Volker Bach so freundlich, uns extra aufzusperren, denn das DIM hat, obwohl es strenggenommen schon seit 2010 besteht (damals jedoch nur mit einem einzigen Raum) keine regulären Öffnungszeiten. Man kommt nur rein, wenn man sich vorher einen Termin ausmacht. Dafür schießen dem Betreiber dann die Lackfakten, Industriegeschichten und die eine oder andere politische Meinung nur so aus dem Mund, wie Kiesel aus einem Steinschlagmessgerät. Was das ist? Gut, dass Sie fragen! Ein Steinschlagmessgerät ist eine Maschine mit der Steine von unterschiedlicher Größe mit Druckluft auf Lackproben geschossen werden, um z.B. die Widerstandsfähigkeit von Lack auf Autoblech zu testen. NISCHENJARGON JAAAAA!</p>



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<p>Das Museum ist klein aber detailreich eingerichtet. In einem Gang hängen jede Menge Rechnungen, Aktien und Bestellscheine, teils aus der DDR oder auch aus dem Dritten Reich. Eine Tafel verweist darauf, dass die Darstellungen aus der Nazi-Zeit nur zur Aufklärung und zur Abwehr von verfassungswidrigen Bestrebungen dienen. Lack hat die deutsche Geschichte schon lange begleitet.</p>



<p>Nebenan sind in einer Art Labor allerhand Chemikalien ausgestellt. Tausende Farbpigmente unterschiedlicher Hersteller. Manche die unter Schwarzlicht leuchten. Manche die von alleine leuchten. An einem Punkt meine ich, das Wort „Uranbeschichtung“ oder etwas ähnliches gehört zu haben und frage vorsichtig nach, ob die in der Finsternis grün schimmernde Kristallblume in einem Schaukasten radioaktiv ist. „Ein bisschen“, kommt es zurück. Wir nicken alle sichtlich beruhigt.</p>



<p>Wir erfahren viel über bleihaltige und bleifreie Beschichtungen, über die Neustreichung des Lanstroper Eis, über die Bemalung des Eifelturms und die von Bohrtürmen und Bohrinseln. Korrosions-unterbindender Lack, Anti-Freeze-Lack auf Flugzeugen und Regenschutz-Lack auf Windkraftanlagen.</p>



<p>In einem anderen Raum sind allerhand Mühlen ausgestellt, mit denen man die einzelnen Pigmente kleinmahlen kann. Die Mühlen lassen sich alle einschalten und machen unterschiedlich viel Lärm, je nachdem wie groß die Kugeln, Murmeln oder Perlen sind, die zum Mahlen verwendet werden. Herr Grüner erzählt, einer der Besucher habe mal gesagt, dass das ja gefährlich sei. Darauf habe er erwidert: „Ja.“</p>



<p>Ein weiteres wunderbares Wort aus dem Druck-Fachjargon, das wir lernen: „Klischee“ – eine Druckvorlage für ein Logo, ein Firmenlogo zum Beispiel, früher noch aus Kupfer herausgeätzt in einer sogenannten „Klischeeanstalt“. Klischeeanstalt! Ich liebe alles daran. Noch ein wunderschönes Wort: Jemand, der den Farbton feinjustiert ist ein sogenannter „Nuanceur“. Ich hoffe, ich schreibe das richtig, ich kann literally kein Wort Französisch. Da ich gerade dabei bin, hau ich jetzt einfach das ganze Best-of der Fachbegriffe raus! Weiter geht’s mit „Grindometer“, ein Messgerät zum Überprüfen wie ghyle ein grind ist, nein scherz, zum Überprüfen wie feinkörnig ein Pigment gemahlen ist. Es ist eine Art Metallplatte mit Rillen, die immer feiner werden und ab dem Punkt wo kein Pigmentpulver mehr in den Rillen hängen bleibt, weiß man wie feinkörnig es ist.</p>



<p>Gegen Ende der Ausstellung gibt es noch einen Farbtest. „Der Mensch hat kein Farbgedächtnis“, wiederholt Herr Grüner immer wieder und beweist das, indem er uns Farbschattierungen vorhält die die gleiche Farbe wie deutsche Briefkästen haben. In den kleinen Kacheln in denen er sie jedoch präsentiert, schaut die Farbe viel dunkler aus. „Farbe in kleinen Abschnitten wird vom menschlichen Auge immer schmutziger und dunkler wahrgenommen, als auf einer Fläche.“</p>



<p>Noch zwei Funfacts zum Ende des Textes: Grün wirkt beruhigend, so viel wusste ich auch schon. Aber was ich nicht wusste ist, dass Grün, vor allem der Farbton Reseda-Grün angeblich der Farbton ist, den man am ehesten noch wahrnimmt, kurz bevor man in Ohnmacht fällt. Weshalb die meisten Notausgangsschilder in Grün gehalten sind. Keine Ahnung ob das wirklich stimmt, though. Und noch etwas zum Thema Recycling: Nagellack ist so ziemlich der einzige handelsübliche Lack, der sich absolut problemlos reversieren lässt. Wenn man also so eine Dose mit Aceton und einem Schwamm drin hat und immer nur roten Nagellack verwendet, könnte man den Schlönz der sich in der Dose ansammelt irgendwann einfach in ein flaches Becken ausgießen, das Aceton verdunsten lassen, die trockene Farbe mit einem Lösemittel wieder flüssig machen (behaupte ich jetzt, ich kenn mich nicht aus, vielleicht braucht man ein anderes Additiv (uh noch ein Fachbegriff!)) und wiederverwenden.</p>



<p>So, jetzt aber auch wirklich genug, mein Hirn ist jetzt grundiert, isoliert, überlackiert und steinschlaggetestet.</p>



<p>Gut Lack!</p>
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