Judith Kuckart: „Hörde Mon Amour“

Literatur und Film

Die Schriftstellerin als Filmemacherin. Judith Kuckart dreht einen „Hörfilm“ über Dortmund-Hörde. Auf literaturgebiet.ruhr erzählt sie davon.

Erste Presse-Stimmen zum Film

.. ich fand schon den Start sehr schön mit der dunkelhäutigen Frau, die so gut gelaunt sagt, die Leute in Hörde wären ganz anders gewesen, und wie jetzt alles sich verändert hat. Und auch sonst – das Thema Heimat in Bezug auf Ruhrgebiet betrifft mich natürlich sehr.

… beeindruckend und sehr schön umgesetzt.

…ich habe mir den Film gestern Abend angeschaut. Ich finde das Format sehr schön: Man kann mit der langsamen Kameraführung sehr gut zuhören, der Fokus liegt beim gesprochenen Wort, trotzdem bekommt man eine Vorstellung der Kulisse von früher!

… das ist ein großartiger film geworden
mit sprechenden gesichtern, geheimnisvollen worten, sätzen, pflanzen, gichtgasleitungen, häusern, fabriken, kinos
schön, dass die heimatexpertenkomplizen sich (mit dem zuschauer) selbst zuhören
spannend, rührend
ein taschentuchfilm
eine entdeckungsreise
eine schöne linie von allemagne neuf zero zu hörde mon amour
viel leichtere bedeutungsschwere in deiner geschichte
viel genaueres hinsehen im wandernden auge der kamera
und selbst die graugans spielt mit

… ist sehr klasse geworden: und offenbar ist das low-budget format ja dem Ort höchst angemessen.

… ich habe wieder einmal verstanden, warum ich gerne hier lebe. Insofern ist es auch ein Film über mich: Heimat sind Menschen, unter denen man sich gut fühlt. Nicht unbedingt Freundschaft, aber emotionale Nähe, egal wo (und das Ruhrgebiet ist ein guter Boden für so etwas). In entsprechender Gesellschaft denke ich mich selbst auf russischen Datschen oder süditalienischen Terrassen manchmal hierher.

… das ist ein sehr schöner, amüsanter und lehrreicher Film.

Die Chronik, die Berichte, Familiengeschichten und tiefgehende und weitreichende Reflexionen über den Begriff Heimat, die Kamera hat sprechende Bilder gefunden (eine meiner Lieblingssequenzen: die Wildgärtner, natürlich). Ausgezeichneter Ton, es macht Spaß zu schauen und die Ohren aufzusperren. Es löst Gedanken aus.

Die Geschwindigkeit der Veränderung unserer Leben.

Als ich vor Jahren Hamburg-Niendorf, den Ort meiner Kindheit, aufsuchte, konnte ich mich kaum noch orientieren und allein der bulgarische Straßensänger am Niendorfer Markt gab mir das Gefühl zuhause zu sein.

Inzwischen ist die Dortmunder Nordstadt mein Lebensmittelpunkt, schon über die Hälfte meines Lebens. Es fühlt sich richtig an, hier zu sein.