Ist Dortmund männlich oder weiblich oder ganz anders

Fragen von Herrn C. an mich:

Im Kurz-Interview für ,Dortmund überrascht. Dich‘ reden Sie über einige Ihrer Eindrücke zu Dortmund. Sie werden in den nächsten Wochen und Monaten noch sehr viel Zeit haben der Dortmunder Stadtgesellschaft Ihre Ideen, Wahrnehmungen und Eindrücke zu vermitteln.

Nun zu meinen Fragen, schreibt Herr C.: Zurzeit lese ich „Herkunft“ von Saša Stanišić. Mir ist eine Textstelle aufgefallen, die sich perfekt für eine Frage an Dortmunds Stadtschreiberin Judith Kuckart anbietet. Stanišić verwendet in „Herkunft“ ein Zitat des englischen Schriftstellers John Berger (S. 131). Jede Stadt habe ein Geschlecht und ein Alter, dass nichts mit der Demographie zu tun habe. Rom sei feminin, so sei auch die Stadt Odessa. Paris sei ein Mann in den Zwanzigern, verliebt in eine ältere Frau. London, beschreibt John Berger, sei ein Teenager, ein Bengel, und das habe sich seit Dickens nicht geändert. Diese Personifikationen als Stilmittel gebraucht auch Saša Stanišić, um seine ganz eigenen Wahrnehmungen zu Geschlecht und Alter über die StadtHeidelberg nahe zu bringen. Aber mir geht es nicht um Heidelberg. Sie können sich sicher vorstellen, welche Fragen ich Ihnen gern stellenmöchte:

Wie interpretieren Sie diese Wahrnehmung von Autoren*innen zu Geschlecht und Alter einer Stadt?

Sind Alter und Geschlecht für Sie wirkungsvolle Deutungsrahmen, um eine Stadt zu beschreiben?

Falls das zutrifft, welches Geschlecht hat die Stadt Dortmund? Weiblich, divers, männlich?

Welches Alter hat die Stadt Dortmund? Ist Dortmund jung und naiv? Abgeklärt und mittleren Alters? Oder weise und lebenserfahren (alt möchte ich nicht schreiben)?

Welche Emotionen schreibt Judith Kuckart Dortmund zu? Leidenschaftlich, direkt, schüchtern, selbstbewusst, rechthaberisch oder lernfähig? Sie dürfen diese Liste gern weiter ergänzen.

DANKE LIEBER HERR C.

ICH WERDE IHNEN MORGEN ANWORTEN 🙂